Was können wir tun
Nicht Schuld, sondern Hebel: Wo lässt sich am meisten einsparen, und wie schwer ist es? Für jede Anlage im Atlas die stärkste modellierte Reduktionsstrategie, hier zum nationalen Bild aggregiert.
Die Werte sind modelliertes Potenzial, kein Plan: was möglich wäre, wenn jede Quelle ihren stärksten Hebel umsetzt. Keine Zusage, keine Prognose, eine Orientierung, wo die großen Hebel liegen.
Reduktionspotenzial
Climate TRACE bestimmt für jede Emissionsquelle die stärkste Reduktionsstrategie und die geschätzte jährliche CO₂e-Ersparnis.
Summe der stärksten Einzelstrategie je Anlage, wenn alle umgesetzt würden.
Nach Sektor
Größte Hebel (Strategien)
Datenquelle: Climate TRACE, Emissions Reduction Solutions (ers_plan_global v5.8.0), CC BY 4.0. Modellierte Potenziale je Quelle, aggregiert.
Im Atlas steht die Strategie an jeder einzelnen Anlage, Punkt anklicken.
EE-Ausbau nach Bundesland
Die Lösungsseite in echt: Wie viel erneuerbare Leistung steht wo am Netz? Installierte Bruttoleistung (Anlagen in Betrieb) je Bundesland, nach Technologie.
Der Ausbau ist regional sehr ungleich: Brandenburg und der Norden sind Wind-Länder, der Süden solar- und wasserstark, Offshore-Wind liegt in der Nord-/Ostsee (AWZ).
Datenquelle: Marktstammdatenregister (Bundesnetzagentur), Gesamtdatenexport, DL-DE-BY-2.0. Nur Anlagen „in Betrieb", eigene Aggregation je Bundesland.
Auf welcher Ebene wirkt der Hebel?
Die Zahlen oben zeigen, wo die großen Hebel physisch sitzen, bei Anlagen und in der Stromerzeugung, nicht am Lichtschalter. Für das Handeln heißt das: nicht jede Ebene wirkt gleich stark. Ehrlich sortiert nach Wirkung, vom größten Hebel nach unten.
Systemisch-politisch
Der größte Hebel. Strommix, Effizienzstandards, CO₂-Preis, Planungs- und Baurecht entscheiden über die Emission pro Kilowattstunde und pro Anlage, festgelegt in Politik und großen Investitionen. Beeinflussbar über Wahl, Stimme, Beteiligung, Beruf.
Direkter Hebel: am größtenKollektiv: der Squad
Der Kern dieses Projekts. Eine Region oder eine Anlage gemeinsam beobachten, Muster teilen, Nachfrage und Druck bündeln, so wird aus einzelnem Verhalten sichtbare, verhandelbare Wirkung. Die Brücke zwischen dem, was eine Person kann, und dem, was das System entscheidet.
Direkter Hebel: hoch, wenn gebündeltIndividuell
Alltäglicher Konsum, was ich kaufe und wie ich spare, hat begrenzten Hebel: die Emission pro Kilowattstunde entscheidet sich auf der Erzeugungsseite. Deutlich größer sind die seltenen Investitionsentscheidungen: Heizung, Sanierung, Auto, Ökostromtarif. Insgesamt der kleinste der drei Hebel, aber nicht null.
Direkter Hebel: begrenztDass individuelles Handeln als der zentrale Hebel gilt, ist teils Framing: der Begriff „persönlicher CO₂-Fußabdruck“ wurde ab 2004 durch eine PR-Kampagne des Ölkonzerns BP populär gemacht. Das entwertet eigenes Handeln nicht. Es ordnet es ein: der große Hebel liegt im System, nicht im Schuldgefühl. Größenordnungen & Herkunft des „Fußabdrucks“
Warum gemeinsam
Eine Person allein sieht ihren Anteil kaum und kann das System nicht bewegen. Ein Squad schon: dieselbe Region oder Anlage gemeinsam beobachten, die Entwicklung teilen, gemeinsam nachfragen und handeln. Der Atlas ist dafür das Werkzeug, nicht zum Anklagen, sondern zum gemeinsamen Nachvollziehen.